Der Herbst rückt mit immer größer werdenden Schritten an und bringt die kalte, nasse und dunkle (aber durchaus auch gemütliche) Jahreszeit mit sich. Und dann steht auch schon der Winter vor der Tür. In diesem Zuge, sind wir bereits jetzt schon dabei, zumindest die Kids “Winterfest” auszustatten.
Da kam es gerade recht, daß der Discounter “LIDL” an diesem heutigen Montag Schneehosen und -jacken anbot. Todesmutig, wie ich eben so bin, wagte ich mich schon kurz vor Ladenöffnung dorthin und bekam schon von Weitem einen ersten Eindruck, was mich erwarten könnte. Eine ca. 20 Meter lange Schlange, mit Menschen jeden Alters, Männlein wie Weiblein, reihte sich vor der Markttür aneinander. Ich stand ungefähr bei Meter zehn.
Der ein oder andere war schon mal auf einem (Rock-)Konzert, ganz vorne, in der ersten Reihe. Irgendwann im Verlaufe eines solchen Konzertes, kommt der Zeitpunkt, an dem die Massen anfangen, sich zu bewegen (von Tanzen will ich gar nicht erst reden) und es passiert, daß die hinteren Reihen nach vorne drängen und dabei die Menschen, die in den ersten Reihen stehen, einer Naturgewalt ähnlich, an die vorderste Absperrung drängen. Nun kann sich jeder in etwa vorstellen, wie mir, inmitten dieser Menschenschlange, zumute war, befürchtete ich doch das Schlimmste.
Ich wurde nicht enttäuscht. Die Marktmitarbeiterinnen hatten die Türen noch nicht ganz aufgeschlossen, da stürmten auch schon die Vordersten in den Markt hinein und im gestreckten Galopp auf die Angebotstische zu. Wer im Wege stand, wurde einfach umgerannt. Wer sich auf den Beinen halten konnte, wurde von der Masse einfach mitgezogen/-schoben. Bei meinem Eintreffen an den Tischen (nicht mehr als 3 Sekunden nach Öffnung) war bereits eine Schlacht epischen Ausmaßes zugange. Da wurde gedrängt, geschubst, mit den Ellenbogen nach allen Seiten ausgeteilt, gekeift, Galle gespuckt und Todesflüche ausgesprochen… (ok, ich übertreibe ein wenig, es wurde nicht gespuckt, lediglich lief dem ein oder anderen der Geifer aus dem zur Fratze verzerrten Mundwinkel
)
Zum Glück erfreue ich mich einer nicht ganz so geringen Körpergröße und konnte mit langestrecktem Arm, über die tobende Masse hinweg, zwei Teile für die Prinzessin ergattern, die sogar die richtige Größe hatten. Danach trat ich ein paar Schritte zurück, um mir das ganze Elend von der Ferne zu betrachten. Es dauerte keine fünf Minuten und die Tische sahen aus, als wäre ein riesiger Schwarm Heuschrecken darüber hergefallen.
Ein paar Nachzügler und die, die wegen des tobenden Mobs einfach nicht nah genug an die Tische gekommen sind, kamen nun langsam heran und schüttelten die hängenden Köpfe, ob des Bildes der Verwüstung, das sich ihnen bot.
Ich bin dann zufrieden, wenigstens etwas bekommen zu haben, vom Schlachtfeld an die Kasse gegangen, nur um mich im nächsten Desaster wiederzufinden. Natürlich wollten nun alle ihre hart erkämpfte Ware auch bezahlen. Meine freundliche Frage, ob ich denn mit meinen zwei (2) Teilen in der Schlange derjenigen, die so um die 20 hatten, vorrücken dürfte, wurde mit bösen Blicken, bei denen sogar Medusa zu Stein erstarrt wäre, bestraft und ich wurde an das weit entfernte Ende der Schlange verbannt.
Zu Hause angekommen, präsentierte ich sofort meinen “Fang” der kleinen Prinzessin und wurde mit einer überschwenglichen Freude darüber in die Arme gennommen (bzw. mein Bein). Alleine dafür hat es sich gelohnt!




